Mgr. Marek Nový | Militär- und Polizeipsychologe | mrknovy@yahoo.com
Der Artikel fasst die theoretischen und empirischen Grundlagen des Systems Rorschach Defense Scales (RDS) zusammen, das das erste validierte projektive Instrument zur Erfassung von Abwehrmechanismen darstellt. Die RDS wurden von Steven H. Cooper, David Arnow und John C. Perry (1986–1988) mit dem Ziel entwickelt, psychoanalytische Konzepte der Abwehr anhand beobachtbarer Phänomene im Rorschach-Test zu operationalisieren. Empirische Studien belegen eine hohe Reliabilität und Konstruktvalidität der Skalen sowie ihre Übereinstimmung mit der Hierarchie der Abwehrmechanismen nach Vaillant und Perry.
Der Text verbindet den empirischen Rahmen der RDS mit Kernbergs struktureller Theorie der Persönlichkeitsorganisation, die zwischen neurotischer, Borderline- und psychotischer Ebene der Ich-Integration unterscheidet. Jede Ebene ist durch eine spezifische Gruppe von Abwehrmechanismen gekennzeichnet – von Verdrängung, Rationalisierung und Intellektualisierung (neurotisch) über Projektion, Entwertung und Spaltung (Borderline) bis hin zu massiver Verleugnung und hypomanischer Verleugnung (psychotisch).
Die RDS ermöglichen es, nicht nur die Häufigkeit einzelner Abwehrmechanismen zu quantifizieren, sondern auch die strukturelle Kohärenz der Persönlichkeit zu erfassen, und stellen damit einen empirisch fundierten Weg dar, psychodynamisches Verständnis mit messbarer Beurteilung zu verbinden. Das System ist sowohl in der Forschung zur Persönlichkeitsorganisation als auch bei der Beobachtung therapeutischer Veränderungen und in der klinischen Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen, einschließlich Borderline- und narzisstischer Strukturen, einsetzbar.
Im Kontext der Interpretation von Persönlichkeitsäußerungen anhand der Analyse von Antworten auf die Tafeln des Rorschach-Tests ist es wesentlich, Systematik, Standardisierung und eine empirische Grundlage zu bewahren. Exners „Comprehensive System“ (CS) entstand als Versuch, verschiedene bestehende Auswertungsverfahren in einem einheitlichen methodischen Rahmen zusammenzuführen, einschließlich standardisierter Administration, normierter Auswertungsvariablen und einer auf umfangreichen Daten basierenden Interpretation. Im Zusammenhang mit Exners System wurden die Abwehrskalen nach Cooper, Arnow und Perry zu einem ergänzenden Variablensatz, der in das CS oder seine revidierten Fassungen als Erweiterung mit Schwerpunkt auf den Abwehrmechanismen des Ichs integriert werden kann. Offizielle Materialien weisen ausdrücklich darauf hin, dass in der neuen Systemversion, dem Comprehensive System-Revised (CS-R), auch die RDS-Skalen innerhalb des Eingabekodes erfasst werden können. Der Anwender hat somit die Möglichkeit, bei entsprechender Ausbildung die RDS für ein vertieftes Verständnis der psychischen Organisation und der Abwehrmuster der untersuchten Person zu nutzen.
Aus praktischer Sicht ist hervorzuheben, dass die RDS zwar in das Comprehensive System integriert werden können, dessen Grundvariablen jedoch keinesfalls ersetzen und auch keine automatische Einbeziehung in jedes Protokoll erfordern. Sie fungieren vielmehr als Ergänzung der Interpretation, die auf Abwehrprozesse und die strukturelle Organisation der Persönlichkeit ausgerichtet ist.
Die RDS stellen einen systematischen Versuch dar, klassische psychoanalytische Begriffe der Abwehrmechanismen empirisch zu erfassen. Sie entstanden in den 1980er Jahren durch die Zusammenarbeit von Steven H. Cooper, David Arnow und John C. Perry, die das Ziel verfolgten, Abwehrprozesse nicht nur auf der Ebene klinischer Intuition, sondern als messbare, beobachtbare Konstrukte mit psychometrisch fassbarer Struktur zu untersuchen. Dabei knüpften sie an die frühere Arbeit von George Vaillant und John Perry zu den Defense Mechanism Rating Scales (DMRS) an und stützten sich auf das projektive Material des Rorschach-Tests, das es ermöglicht, die Interaktion von Affekt, kognitiver Verarbeitung und Beziehungsrepräsentationen in Echtzeit zu beobachten.
Empirische Grundlage der Rorschach Defense Scales
In der Schlüsselstudie, die 1988 im Journal of Personality Assessment veröffentlicht wurde, konnten die Autoren nachweisen, dass Abwehrmechanismen auf der Grundlage thematischer, formaler und sequenzieller Merkmale von Antworten im Rorschach-Test zuverlässig identifiziert und quantifiziert werden können. Mittels Blindbewertung durch mehrere unabhängige Beurteiler zeigten sie eine hohe Interrater-Reliabilität (r ≈ 0,70–0,90) sowie Validität gegenüber anderen Ergebnissen, die durch die Messung von Persönlichkeitsstruktur und Ich-Funktionen gewonnen wurden. Es zeigte sich, dass die einzelnen Abwehrskalen, etwa Intellektualisierung, Projektion, Spaltung oder massive Verleugnung, ein hierarchisch geordnetes System bilden, das die Entwicklungsstufe der Abwehrreife widerspiegelt – von neurotischen über Borderline- bis hin zu psychotischen Formen.
Die Abwehrskalen erfüllen damit die Kriterien eines modernen evidenzbasierten Ansatzes. Sie beruhen auf einer klar definierten Theorie, liefern standardisierte Beobachtungskriterien und weisen messbare Zuverlässigkeit sowie konvergente Validität auf. Für jeden Abwehrmechanismus sind Kodierungsregeln beschrieben, die festlegen, welche Arten von Inhalten, sprachlichen Wendungen oder perzeptiven Verschiebungen einer bestimmten Abwehr entsprechen. Auf diese Weise lässt sich auch ein quantitatives „Abwehrprofil“ der Persönlichkeit erstellen.
Der Sinn der Abwehrskalen geht jedoch über die bloße Beschreibung hinaus. Ihr Kern ist das Konzept der Persönlichkeitsorganisation des Individuums, das bestimmt, wie die psychische Realität eines Menschen strukturiert ist, wie integriert sein Bild von sich selbst und von anderen ist, wie er den Kontakt zur Realität aufrechterhält und durch welche Mechanismen sein Ich vor Angst geschützt wird.
Hier ist auf Otto F. Kernberg und sein strukturelles Modell hinzuweisen, das drei Hauptebenen der Persönlichkeitsorganisation unterscheidet.
Neurotische Organisation – Das Individuum verfügt über eine stabile Identität und ein differenziertes Selbst- und Objektbild. Es verwendet überwiegend reife Abwehrmechanismen, etwa Verdrängung, Rationalisierung und Intellektualisierung. Der Realitätskontakt bleibt erhalten, der Konflikt ist intrapsychisch und bewusst reflektierbar.
Borderline-Organisation – Die Identität des Individuums ist fragmentiert, und die Beziehungsbilder schwanken zwischen Idealisierung und Entwertung. Die Realitätsprüfung bleibt nur teilweise erhalten. Es dominieren primitive Abwehrmechanismen wie Projektion, projektive Identifikation, Spaltung oder Omnipotenz, die das Ich vor dem Zerfall schützen, dabei aber die Kohärenz der Wahrnehmung beeinträchtigen.
Psychotische Organisation – Die Realitätsprüfung ist schwer beeinträchtigt, die Identität ist gespalten oder fusioniert, und die Abwehrmechanismen gehen in massive Verleugnung und magisches Denken über. Der Konflikt wird nicht reflektiert, sondern als Veränderung der Realität selbst erlebt.
Aus dieser Perspektive sind die Abwehrskalen eine empirische Operationalisierung von Kernbergs Theorie. Abwehrmechanismen bilden beobachtbare Manifestationen tieferer struktureller Konfigurationen des Ichs. So ist etwa die Spaltung, die in den RDS als SPL kodiert wird, eine prototypische Abwehr der Borderline-Ebene, da sie gegensätzliche Affekte voneinander trennt („ganz gut“ versus „ganz böse“) und dadurch das Erleben von Ambivalenz verhindert. Verdrängung oder Affektisolierung entsprechen reiferen, höheren, neurotischen Strategien der Affektregulation, während massive Verleugnung oder hypomanische Verleugnung auf einen Rückfall auf die psychotische Ebene der Integration hinweisen.
Die Abwehrskalen wurden nicht nur zu einem wertvollen Forschungsinstrument, sondern auch zu einem klinischen und arbeitspsychologischen Werkzeug. Sie ermöglichen es, die Qualität der Persönlichkeitsorganisation im projektiven Material zu quantifizieren und damit psychodynamische Tiefe mit empirischer Überprüfbarkeit zu verbinden. In Studien erwiesen sich die Skalen als sensibler Indikator für Veränderung; so korreliert beispielsweise ein Rückgang von Borderline-Abwehrmechanismen und ein Anstieg neurotischer Abwehrmechanismen nach einer Psychotherapie mit einer besseren Ich-Integration und einer Verbesserung des Beziehungsfunktionierens. In der praktischen Anwendung liefern die Abwehrskalen daher nicht nur eine Häufigkeitserfassung einzelner Abwehrmechanismen, sondern vor allem ein Bild der strukturellen Kohärenz der Persönlichkeit. Je höher der Anteil reifer Abwehrmechanismen, desto größer ist die Kapazität des Ichs, gegensätzliche Emotionen zu integrieren, Triebbefriedigung aufzuschieben und die eigenen Motive zu reflektieren. Ein Überwiegen von Borderline- oder psychotischen Abwehrmechanismen weist dagegen auf Rigidität, Spaltung und einen Verlust innerer Kohärenz hin.
Neurotische Abwehrmechanismen: Erhaltung der Realität und Regulation der Angst
Auf der neurotischen Ebene ist das Ich ausreichend integriert, um zwischen innerer und äußerer Welt zu unterscheiden und den Realitätskontakt aufrechtzuerhalten. Die Abwehrmechanismen dienen hier eher der Milderung des Konflikts zwischen Impulsen und moralischen Normen als der Verleugnung oder Verzerrung der Realität. In Rorschach-Protokollen zeigen sich neurotische Abwehrmechanismen in einer kultivierten, integrierten Sprache, in der Fähigkeit, Ambivalenz zu reflektieren, und in der Aufrechterhaltung eines konsistenten Objektbildes.
Verdrängung (Repression, REP) stellt eine klassische Abwehr dar, deren Zweck darin besteht, einen inakzeptablen Impuls aus dem Bewusstsein zu entfernen. Im Rorschach-Test zeigt sie sich durch das Fehlen triebgesättigter Inhalte und eine Vereinfachung der Wahrnehmung; die Antworten sind deskriptiv, formal sauber und emotional neutral.
Intellektualisierung (INT) überführt den affektiven Konflikt auf eine begriffliche oder wissenschaftliche Ebene. Der Proband spricht etwa von „Homo sapiens“ statt von Menschen oder beschreibt Farben und Formen mit analytischer Distanz. Der Affekt wird durch Sprache kontrolliert, nicht durch den Impuls.
Affektisolierung (ISO) trennt die emotionale Ladung vom Gedanken. Das Subjekt beschreibt bedrohliche Inhalte mit kalter, technischer Präzision, etwa: „Es sieht aus wie ein vom Körper abgetrennter Kopf.“
Rationalisierung (RAT) bietet akzeptable Erklärungen für inakzeptable Inhalte. Ein Beispiel wäre: „Zwei Männer prügeln sich, wahrscheinlich nach einem langen Arbeitstag.“
Reaktionsbildung (REF) kehrt den Affekt in sein Gegenteil um. Anstelle von Aggression erscheint etwa übertriebene Freundlichkeit, anstelle von Sexualität ein moralisierender Kommentar.
Pollyannish Denial (POD) und Higher-Level Denial (HLD) stellen feinere Formen der Verleugnung dar, bei denen bedrohliche Inhalte minimiert oder in eine „optimistische“ Richtung umgedeutet werden. Ein Beispiel lautet: „Zwei Figuren, sie haben sich wohl ein bisschen gestritten, aber im Grunde mögen sie sich.“
Diese Abwehrmechanismen entsprechen der neurotischen Persönlichkeitsorganisation in Kernbergs Modell. Die Realität bleibt erhalten, die Identität stabil, und Konflikte werden intrapsychisch erlebt, nicht in die Umgebung projiziert.
Borderline-Abwehrmechanismen: Spaltung der Realität und Instabilität der Identität
Auf der Borderline-Ebene zeigt sich in den Antworten eine Schwächung der Ich-Integration, ein erhöhtes Bedürfnis nach Projektion und die Tendenz, die Welt in bipolaren Kategorien wie „gut–böse“ oder „sicher–gefährlich“ zu halten. Die Abwehrmechanismen schützen hier ein fragiles Ich, das Ambivalenz nicht ertragen kann und bedrohlichen Affekt auf das Objekt überträgt oder ihn zeitlich beziehungsweise räumlich abtrennt.
Projektion (PRO) ist die Verlagerung eigener unerwünschter Impulse oder Ängste auf andere Objekte. In den Antworten des Probanden zeigt sie sich beispielsweise in Misstrauen, in der Zuschreibung von Absichten an Figuren („Es sieht so aus, als ob sie mich beobachtet“) oder in Beschreibungen von Augen, Fallen, Waffen und Detektiven.
Projektive Identifikation (PJI) ist eine tiefere Variante der Projektion, bei der der unerwünschte Affekt in den anderen „hineingelegt“ wird und die Beziehung sich um ihn herum zu gestalten beginnt. Das Subjekt beschreibt etwa ein grausames Wesen, das zugleich Mitleid hervorruft, oder einen Aggressor, mit dem es sich identifiziert.
Entwertung (DEV) und primitive Idealisierung (PMI) bilden zwei Seiten derselben Medaille. Typisch ist der Wechsel zwischen absoluter Abwertung und unrealistischer Bewunderung, wie er für Borderline-Beziehungsmuster charakteristisch ist. Im projektiven Material erscheinen dann „abscheuliche, schlechte“ Menschen oder „vollkommene, wunderschöne“ Wesen, nicht aber gemischte oder ambivalente Bilder.
Omnipotenz (OMP) drückt die Allmacht des Ichs und das Bedürfnis aus, die Welt zu kontrollieren. Dies kann sich in Aussagen äußern wie: „Ich könnte das besser machen als der Autor der Bilder“, oft begleitet von einem leicht grandiosen Ton.
Spaltung (Splitting, SPL) ist der zentrale Abwehrmechanismus der Borderline-Organisation. Sie dient der Trennung gegensätzlicher Affekte, sodass „Gutes“ und „Böses“ niemals in ein und derselben Erfahrung zusammenkommen. In den Antworten auf die Rorschach-Tafeln manifestiert sie sich auf verschiedene Weise, etwa in Verschiebungen zwischen positiven und negativen Bildern („zuerst ein freundlicher Mann, jetzt ein Mörder“) oder in gegensätzlichen Antwortsequenzen („Blut – Herz“).
Diese Abwehrmechanismen sind weniger effektiv als die neurotischen. Sie schützen vor innerer Desorganisation, jedoch um den Preis einer Beeinträchtigung von Realität und Beziehungskohärenz. In Kernbergs Konzeption signalisieren sie die Borderline-Ebene der Persönlichkeitsorganisation, auf der die Identität gespalten bleibt, auch wenn die Realitätsprüfung noch nicht vollständig zusammengebrochen ist.
Psychotische Abwehrmechanismen: Verleugnung der Realität und Verlust der Integration
Auf der niedrigsten Ebene der Persönlichkeitsorganisation werden die Abwehrmechanismen zu einem Instrument der Realitätsverleugnung. Das Ich verliert die Fähigkeit zur Symbolisierung und zur Differenzierung zwischen innerer und äußerer Welt. In den Rorschach-Antworten erscheinen bizarre Kombinationen, fantastische Erklärungen, magische Deutungen und massive Verzerrungen der formalen Realität.
Massive Verleugnung (Massive Denial, MSD) eliminiert den bedrohlichen Inhalt nicht dadurch, dass sie ihn verharmlost, sondern indem sie ihn gleichsam „unsichtbar macht“. Die Realität wird so umgestaltet, dass Angst gar nicht erst entstehen kann.
Hypomanische Verleugnung (HYD) maskiert den Schmerz durch exzentrischen Optimismus, Euphorie oder manische Umdeutung. Ein Beispiel wäre: „Das sind keine Dämonen, das sind Engel mit roten Flügeln.“
Auf dieser Ebene schwindet die Fähigkeit, Fantasie von Realität zu unterscheiden. Der Affekt breitet sich entweder unkontrolliert aus oder wird durch magisches Denken ersetzt.
Psychotische Abwehrmechanismen signalisieren den Zusammenbruch der Ich-Funktionen. An die Stelle der Affektregulation tritt eine Veränderung der Realität. Das gewährleistet die Illusion von Sicherheit, jedoch um den Preis der Realitätsverleugnung.
Das Konzept der Abwehrmechanismen im Verständnis der Rorschach Defense Scales ist keine statische Typologie, sondern ein dynamisches Protokoll des Ich-Integrationsprozesses. Jede Abwehr ist hier nicht nur ein Symptom, sondern auch ein Indikator für die Ebene der Persönlichkeitsorganisation und für die Qualität der Beziehung zwischen Realität, Fantasie und Affekt.
In Verbindung mit Kernbergs strukturellem Rahmen werden die Abwehrskalen zu einem Instrument, das es ermöglicht, die Ebene der Persönlichkeitsorganisation mit empirischer Präzision zu messen und zugleich die psychodynamische Sensibilität zu bewahren. Darin liegt ihr bleibender Wert. Die Abwehrskalen zeigen, dass die feinen Manifestationen unbewusster psychischer Regulation, die in Antworten auf die Frage „Woran erinnert das, was könnte das sein?“ verbalisiert werden, erfasst, analysiert und so verstanden werden können, dass klinische Intuition mit einem evidenzbasierten Ansatz verbunden wird.
Es muss betont werden, dass der hier vorgelegte Text lediglich einen Überblicks- und Einführungscharakter hat. Das System der Rorschach Defense Scales (RDS) stellt ein komplexes Bewertungsinstrument dar, dessen korrekte Anwendung eine systematische Ausbildung und praktische Übung in der Kodierung einzelner Abwehrmechanismen erfordert. Jeder Abwehrmechanismus ist durch eine Reihe feiner Kriterien, sequenzieller Regeln und Ausnahmen definiert, die im Rahmen eines einzigen Übersichtsartikels nicht vollständig erfasst werden können. Die Interpretation der Abwehrmechanismen ist stets an die Erfahrung des Beurteilers mit der Rorschach-Methode, der strukturellen Auswertung und der klinischen Differenzialdiagnostik der Persönlichkeitsorganisation gebunden.
Dieser Text ist nicht als praktisches Manual zu verstehen. Ziel des Artikels war es vielmehr, die theoretischen Grundlagen, die Logik und die Hierarchie des RDS-Systems vorzustellen und damit Raum für eine fachliche Diskussion über die Möglichkeiten seiner Lehre und Nutzung im Rahmen psychodiagnostischer Praxis zu eröffnen.
Literatur
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